Unbegrenzt entgrenzt 1: Kosmopolitismus und Menschenrechte

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Carolin Emcke im Gespräch mit Seyla Benhabib
In Zeiten der populistischen Re-Nationalisierung und der Abschottung gegenüber Geflüchteten stellt sich die Frage des Kosmopolitismus dringender denn je. Wie lassen sich Menschenrechte in einem System zunehmend geschlossener Grenzen verteidigen? War die Hoffnung auf eine Weltbürgergesellschaft, die sich auch mit der Globalisierung verband, eine Illusion? Gibt es das: ein universalistisches Wir, eine kosmopolitische Zivilgesellschaft? Oder scheitert sie an den Souveränitäts-Ansprüchen der Nationalstaaten? Sind die Konflikte zwischen den Ansprüchen und Bedürfnissen unterschiedlicher Religionen und Kulturen in einer säkularen Demokratie aufhebbar oder müssen sie permanent neu ausgehandelt werden?

Streitraum 2016/17: Unbegrenzt entgrenzt – oder: Wozu braucht es Grenzen?
Welche Formen der nötigen und unnötigen Grenzen haben und brauchen wir? Grenzen schließen ein und aus, manchmal schützen sie, manchmal sperren sie ein. Grenzen lassen sich aus harten oder weichen Stoffen ziehen. Es gibt emotionale oder territoriale Grenzen, Grenzen der Toleranz oder Grenzen der Scham. In den letzten zwei Jahren wurden stabil geglaubte Grenzen überschritten und offene Grenzen wieder geschlossen. Der »Streitraum« in der Spielzeit 2016/17 will sich diesen unterschiedlichen Formen stellen: Welche Grenzen der Toleranz braucht es in einer offenen Gesellschaft? Welche Grenzen des »das wird man ja wohl mal sagen dürfen« braucht es aber auch? Auf welcher Sorte Übereinkunft beruhen Vorstellungen von den Grenzen zwischen den Geschlechtern? Zwischen den Religionen?